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Gletscher sind der Schnee von gestern
Auch das ewige Eis hat seinen Ursprung. Wenn der Schnee des Winters im
Sommer auf den Bergen nicht schmilzt,
dann verwandelt er sich ganz
allmählich.
Firnschnee lässt ab einer Tiefe von 15 Metern kein Wasser
mehr durch - nun spricht man von Eis.
Eine gewaltige, zähflüssige Masse
mit einem Eigenleben. Langsam fließt sie tonnenschwer zu Tal.
Gletscher
nehmen ständig zu und ab. Denn im sogenannten Nährgebiet sorgt neuer
Schnee für neues Eis,
im Zehrgebiet schmilzt das Eis, der Gletscher
verliert an Masse.
Gletscher sind in Bewegung
Gletscher stehen gewaltig unter Druck. Ab einer Tiefe von 30 Metern
beginnt deshalb das Eis zu fließen,
die Eismassen sind in Bewegung.
Mehr
als 40 Meter pro Jahr wurden bereits am Hintertuxer Gletscher gemessen,
andere Gletscher legen mehrere Meter pro Tag zurück.
An der Oberfläche
ist die Geschwindigkeit am größten, in der Tiefe nimmt sie ab.
Manche
Gletscher frieren gar am Untergrund fest. In den Alpen jedoch sind sie
immer unterwegs,
denn die Eistemperatur im Gletscher liegt stets bei 0
Grad.
Es ist immer Wasser vorhanden, auf dem der Gletscher gleitet.
Gletscher mit Tiefgang
Bis zu 120 Meter tief ist der Hintertuxer Gletscher.
Er besteht aus 190
Millionen Kubikmetern Eis das entspricht 171 Milliarden Liter
gefrorenen Wassers.
Damit könnte jeder Einwohner Innsbrucks 20 Jahre lang
täglich mit einer Badewanne Trinkwasser versorgt werden. Zwischen 100 und
200 Meter Tiefe haben die meisten Gletscher der Ostalpen.
Den Rekord hält
der Schweizer Aletschgletscher mit 900 Metern.
Die Eismassen in Grönland
und der Antarktis haben Tiefen bis zu 4.000 Metern zu bieten.
Gletscher
haben Vergangenheit Der Schnee von gestern wird zu Eis und bewegt sich
innerhalb der Gletscher von
oben (Nährgebiet) nach unten bis ins
Zehrgebiet am anderen Ende, wo er an der Gletscherzunge wieder auftaucht.
Dort finden wir das älteste Eis - am Hintertuxer Gletscher bis zu 1.000
Jahre alt.
Je größer der Gletscher, desto älter das Eis. In den
Ostalpen kann es bis zu 1.000 Jahre, in der Antarktis und
in Grönland oft
älter als 250.000 Jahre sein.
Gletscher werden schnell blau!
Gletscher faszinieren auch durch ihre intensive türkisblaue Farbe.
Des
Rätsels Lösung : Alle Farben des Sonnenlichts werden vom Eis absorbiert -
nur die Blautöne werden reflektiert und es entsteht der Eindruck des
typischen Gletscherblaus.
Gletscher ziehen Bilanz - wachsen oder weichen-
Input und Output bestimmen die Länge des Gletschers.
Erhält er die selbe
Menge Schnee wie er im Sommer durch Schmelzen verliert,
bleibt die Länge unverändert? die Bilanz ist ausgeglichen. Erhöht sich der Input - mehr
Schnee oder
geringere Temperaturen - rückt die Gletscherzunge vor.
Das
Gegenteil geschieht im Sommer, wenn die Temperaturen steigen und der
Schneefall geringer ist.
Entscheidend für das Verhalten des Gletschers
sind neben den Temperaturen die Schneefälle,
vor allem jene im Sommer,
die ihn vor dem Abschmelzen durch die starke Sonneneinstrahlung schützen. |